Die Bajadere _ FESTSPIELE im SCHLOSSGARTEN 2019 | Stückbeschreibung | Presse | Förderer | Rückblick | Karten bestellen
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Nordkurier
Sa 08.06.2019
Ganesha ist der Hingucker von Robin Peters

Nordkurier / 8.6.2019 / Robin Peters

So sieht wahre Größe für die Festspiel-Bühne aus:
Ganesha ist der Hingucker auf den Festspielen im Schlossgarten.

Doch die Figur symbolisiert nicht einfach einen Elefantenmenschen, sondern einen wichtigen Gott im Hinduismus. Die enorme Größe hat einen ganz praktischen Grund.

Eine derart große Plastik hat selbst Christoph Heckel in seinen 13 Jahren beim Landestheater noch nicht entworfen. Vier Meter schießt der riesige Elefantenmensch des Bühnenplastikers in die Höhe. Doch „Ganesha“ ist nicht irgendein Tierwesen – sondern ein Gott im Hinduismus. Und einer der bedeutendsten: Ganesha ist der Gott des Glücks, der Stärke, Leidenschaft, Fruchtbarkeit, Kinder – und Süßigkeiten. „Ganesha ist übrigens in der Lage, mehrere Frauen gleichzeitig zu befriedigen“, sagt Heckel mit einem Schmunzeln.
Die pompöse, goldene Figur nimmt so schon jetzt den Hingucker für die Festspiele im Schlossgarten – und soll das exotische Stück „Die Bajadere“ um einen weiteren Schauwert bereichern. Sattsehen kann sich tatsächlich kaum einer an der Elefanten-Figur – die ganz im Verborgenen im Marstall gebaut wurde: So bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer die zahlreichen kleinen Details während der Festspiele überhaupt wahrnehmen. Denn sogar die Ratte Ravana hat auf der Plastik Platz gefunden – ein Dämon der indischen Mythologie, der von Ganesha aber bezwungen wurde.
Die enorme Größe der Plastik hat laut Heckel einen ganz praktischen Grund: Da die Bühne bei den Festspielen recht weit vom Publikum entfernt ist, wäre eine kleine Figur bei der Aufführung kaum zu sehen. „Hier wirkt er riesig – auf der Bühne wesentlich kleiner“, sagt Heckel. Die dunklen Ränder auf der goldenen Haut des Elefantenwesens haben dem Bühnenplastiker zufolge eine ähnliche Funktion. Denn nur so nehme der Zuschauer die Plastizität der hinduistischen Götterfigur auf der Bühne wahr.
Kaum zu glauben: Die gigantische Figur besteht laut Heckel hauptsächlich aus Styropor. Mit einer Kettensäge und einem Glühdraht hat der junge Künstler die großen Blöcke mühevoll zurechtgeschnitten. Die Oberfläche aus Schlämmkreide und Holzleim verleiht der Plastik wiederum eine überraschende Stabilität. „Man kann sich sogar draufsetzen“, so Heckel. Ob die Figur während der Aufführung aber beklettert werde, entscheide letztlich die Regie. Unkonventionell: Auch altes Eisenoxid aus der DDR hat Christoph Heckel mitverbaut. Selbst schlechtem Wetter trotze die Figur – notwendigerweise. Schließlich stehe sie auf einer Freilichtbühne. Der Styropor-Riese lässt sich den Ausführungen zufolge dennoch in verschiedene Blöcke zerlegen, um sie später zur Bühne transportieren zu können. Denn trotz des scheinbar leichten Materials bringt der Elefantenmensch laut Heckel ein stattliches Gewicht auf die Waage: schätzungsweise mehr als 500 Kilogramm. Die zahlreichen Verzierungen sind aus PU-Weichschaum geformt – zu großen Teilen hat der Bühnenplastiker auch Deko-Schmuckstücke aus alten Beständen wiederverwendet. „Ornamente rauszuschnitzen, wäre Wahnsinn“, sagt Heckel. Christoph Heckel hat die imposante Figur aber nicht ganz allein entworfen. Denn er wurde tatkräftig vom Bildhauer Tobias Gellscheid unterstützt, der für die Arbeiten extra aus Halle anreisen musste. Zu zweit haben die Künstler nach eigener Aussage etwa vier Wochen an der imposanten Figur gearbeitet. Ganz fertig ist sie aber immer noch nicht: Rote LED-Lampen sollen die Götterfigur nämlich noch von innen beleuchten. Außerdem wird die Plastik laut Heckel noch auf einen verzierten Wagen gehievt – damit die mächtige Gestalt auf der Bühne auch umherfahren kann.
Die Festspiele im Schlossgarten starten mit „Die Bajadere“ am 28. Juni um 20 Uhr in Neustrelitz.
Alle Spielzeiten und Karten auf www.theater-und-orchester.de

Kontakt zum Autor
r.peters@nordkurier.de


Märkische Zeitung
Sa 02.03.2019
Die BAJADERE tanzt auf dem Schlossberg von Jürgen Rammelt

Die Schlossgarten-Festspiele in Neustrelitz werden in diesem Jahr mit einer Operette von Emmerich Kálmán aufwarten

Seit 2001 gibt es die „Festspiele im Schlossgarten“. Nach den Worten von Joachim Kümmritz, Intendant der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/ Neustrelitz, werden sie auch in diesem Sommer ausgerichtet – vom 28. Juni bis zum 21. Juli wird es auf dem Schlossberg insgesamt zwölf Aufführungen von Emmerich Kálmáns Operette „Die Bajadere“ geben. Wie der Chef des Theaters versicherte, darf sich das Publikum auf eine spannende und farbenprächtige Aufführung freuen. Die Operette des ungarischen Komponisten spielt in zwei sich treffenden Welten und in zwei Kulturen.
Orte der Handlung sind ein Theater in Paris, der Palast des indischen Prinzen und die Bar in einem großen Hotel der französischen Hauptstadt. Es ist die Geschichte zwischen dem indischen Kronprinzen Radjani von Lahore, der für die Sängerin Odette schwärmt. Letztere feiert mit der Darstellung der Titelrolle in der Operette „La Bajadere“ in Paris große Erfolge. Sehr von sich eingenommen und überzeugt davon, dass auch Odette seine leidenschaftlichen Gefühle und Liebe erwidert, bittet der Prinz sie, seine Frau zu werden. Was nicht ohne Folgen bleiben wird – denn Odette geht zum Schein auf sein Werben ein, erklärt später, es sei alles nur ein Spiel gewesen.
Nicht nur auf die Handlung dürfen die Freunde der Operette gespannt sein. Für das exotisch prachtvolle Werk unter freiem Himmel bietet das Theater Neustrelitz auch ein namhaftes Ensemble auf. Mit der in Wien geborenen Sopranistin Laura Scherwitzl in der Rolle der Odette sowie dem Tenor Andrés Felipe Orozco, der aus Kolumbien stammt, als Prinz Radjani von Lahore, wurden laut Kümmritz zwei Künstler mit Rollen betraut, die für die beiden gerade wie geschaffen seien. So vielfältig auch das darstellende Personal ist, auf eine besondere Figur dürfen sich die Besucher freuen:
Mit Nina Burri will eine echte Kontorsionistin, eine Schlangenfrau, die akrobatische Kunststücke aufführt, für Aufregung sorgen. Ausstatterin Monika Biegler entwickelte ein pfauenartiges Bühnenbild, so dass die Operette ein Ohren- und Augenschmaus werden dürfte. Mit von der Partie sind auch der Opern- und Extrachor der Theater-und Orchester GmbH sowie die Damen und Herren der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz sowie zahlreiche Statisten.
Nicht zuletzt will das Regieteam dafür sorgen, dass die Aufführung ein Erfolg wird. So liegt die musikalische Leitung in den Händen von Panagiotis Papadopoulos und Daniel Stratievsky, die bei der Vorstellung des Werkes schon einmal die großartige Musik von Kalman lobten. Für die Inszenierung und Choreographie wurde die Französin Pascale-Sabine Chevroton gewonnen, die bei der Gelegenheit ihre Freude zum Ausdruck brachte, die Operette auf die Bühne bringen zu können. Die Proben beginnen im Mai.
Zu einem „Finale Grande“ mit Höhepunkten aus der Operette „Die Bajadere“ und weiteren orientalischen Operettenklassikern wird am 21. Juli um 20 Uhr eingeladen.

Die Premiere steigt am 29. Juni um 20 Uhr. (jr)
Tickets gibt es unter 03981-206400 und 0395-5699832.


Nordkurier
Fr 01.03.2019
So voller Liebe geht es auf der Bühne zu von Robin Peters

Im Rangfoyer des Landestheaters sind jetzt die ersten Details über die neuen Festspiele im Neustrelitzer Schlossgarten gelüftet worden. Von einer akrobatischen Schlangen- Frau bis zur Zusammenführung zweier Kulturen wagen die Theatermacher wieder Spektakuläres.

So bunt und voller Liebe geht es auf der Bühne zu
An reizüberflutender Exotik lassen sich die kommenden Festspiele im Schlossgarten wohl kaum überbieten: Schlangen-Frau Nina Burri enthüllt mit ihren atemberaubenden Körper- Verformungen auf dem Höhepunkt der Programm-Vorstellung nur einen kleinen Teil ihrer ganzen akrobatischen Kunst. Die Kontorsionistin hat sich eigens in China in den ungewöhnlichen Bewegungen ausbilden lassen – und ist zu den Festspielen auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angelangt: „Der Punkt, an dem man genug Reife und Erfahrung, aber auch noch körperliche Fitness besitzt, währt nicht allzu lange“, sagt die 41-Jährige. Nur mit viel Training habe die gelernte Ballett-Tänzerin ihre neue Technik perfektionieren können. Schließlich könne man vom Talent allein nicht leben.
In welche Rolle die Schlangen-Frau in der „Bajadere“ genau schlüpfen wird, verrät das Team der Theater und Orchester GmbH allerdings noch nicht. „Wir zeigen, wie sich zwei Welten treffen“, beschreibt Regisseurin Pascale-Sabine Chevroton die Inszenierung der Operette von Emmerich Kálmán, die ab Ende Juni im Schlossgarten in Neustrelitz zu sehen sein wird. Die Lebensumstände der Hauptfiguren der Liebesgeschichte – die französische Operettensängerin Odette Darimonde und der indische Prinz Radjami von Lahore – könnten nämlich unterschiedlicher nicht sein.
Schon das pompöse Bühnenbild mit drehenden Türmen und die aufwendigen leider werden dem Zuschauer laut Ausstatterin Monika Biegler die Unterschiede vor Augen führen. Während die Sänger im ersten Akt in der Welt der Odette hauptsächlich Kostüme in Schwarz und Weiß – ganz im Stil des Stummfilms der 1920er Jahre – tragen, schillern im zweiten wahnwitzig bunte Gewänder und orientalische Polster auf der Bühne. Erst zum Finale lösen sich die Figuren laut Biegler von diesen Stereotypen.
Die Solisten Laura Scherwitzl (Odette) und Andrés Felipe Orozco (Radjami) überzeugen so – schon lange vor dem Beginn der Proben im Mai – mit einem äußerst kraftvoll gesungenen Duett im Rangfoyer des Landestheaters. „Bei den vergangenen Festspielen haben wir ja das komödiantische Paar gespielt – nun können wir uns auf die Gefühle konzentrieren, die diese Hauptrollen deutlich mehr hergeben“, sagt Scherwitzl.
Orozco freut sich vor allem darüber, dass „Die Bajadere“ ein recht unbekanntes Stück ist. „Endlich wird diese Musik wieder gespielt.“ So handelt es sich laut dem Dramaturgen Lür Jaenike um eine exotische Aufführung im doppelten Sinne: „Vielleicht sind ein paar Leute neugierig, eine Operette zu hören, die etwas anders ist“, sagt Jaenike.
Auch Theater-Chef Joachim Kümmritz blickt optimistisch auf den Aufführungs- Marathon im Sommer: „Lieber Radjami, ich verstehe, dass Sie sich in die Bajadere verliebt haben“, scherzt der Noch-Intendant nach einer
beeindruckenden ersten Arie von Laura Scherwitzl im Rangfoyer. Die Planung sei auf einem sehr guten Weg. „Wir liegen bei knapp 7000 Karten im Vorverkauf“, sagt Kümmritz. Für den Intendanten werde es wiederum
die letzte Inszenierung in Neustrelitz sein. Doch: „Die Festspiele sind über die Jahre so erfolgreich gewesen, dass alle davon überzeugt sind, sie weiterzuführen.“ Die Festspiele im Schlossgarten in Neustrelitz feiern mit der Operette „Die Bajadere“ am 28. Juni 2019 Premiere. Alle Infos und Karten unter www.theater-und-orchester.de

Kontakt zum Autor
r.peters@nordkurier.de

Musikalische Leitung Panagiotis Papadopoulos Regie Pascale-Sabine Chevroton Ausstattung Monika Biegler mit Volker Bleck| Ryszard Kalus| Bernd Könnes| Robert Merwald| Andrés Felipe Orozco| Laura Scherwitzl| Viola Zimmermann | Nina Burri| Christoph Deuter| Lothar Dreyer | Solisten und Gäste des Musiktheaters der TOG   |   Opernchor, davon solistisch Luise Hansen, Grit Kolpatzik, Markus Kopp, Yongmin Kwon, Bernd Richert, Verena Schuster, Rita Sabaliauskiene, Marin Silni   |   Extrachor und Statisterie   |   Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz   |   Neubrandenburger Philharmonie   |   Special Guest: Kontorsionistin Nina Burri