REPERTOIRE   Spielzeit 2019/2020
Philharmonische Konzerte
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1. Philharmonisches Konzert: KÜNSTLERPAAR

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Robert & Clara Schumann

KONZERTPROGRAMM:
Robert Schumann: Ouvertüre E-Dur / 3. Sinf. Es-Dur „Rheinische Sinfonie“
Clara Schumann: Klavierkonzert a-Moll / Solistin: Luisa Imorde, Klavier

Robert & Clara: Musik eines Künstlerpaares
(AVZ) Musikalische Früchte eines Künstlerpaares präsentiert die Neubrandenburger Philharmonie in ihrem 1. Anrechtskonzert der neuen Saison: Robert und Clara Schumann haben beide als Komponisten gewirkt. Clara wurde allerdings vor allem als Pianistin wahrgenommen und schrieb vornehmlich für den eigenen Bedarf Musik. Ihr mit 15 Jahren vollendetes a-Moll-Konzert op. 7 konnte die Klaviervirtuosin am 9. November 1835 im Leipziger Gewandhaus unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy präsentieren! Die Komposition einer Frau brachte die Rezensenten offenbar in Verlegenheit: „… hörte man das Werk, ohne den Schöpfer zu kennen, nie würde man dem Gedanken Raum geben, es sei von einer Dame geschrieben.“ Robert Schumann ließ sich von solcherlei Vorbehalten gegenüber weiblicher Schöpferkraft nicht beeindrucken. Im Gegenteil - er animierte seine Frau zum Komponieren! Schon bei der Arbeit am a-Moll-Klavierkonzert assistierte er ihr und steuerte große Teile der Instrumentation bei. Der diesjährige 200. Geburtstag der Künstlerin ist ein willkommener Anlass, ihre Werke in den Konzertsaal zurückzuholen!
Die junge Pianistin Luisa Imorde hat Clara Schumanns Klavierkonzert erst kürzlich auf CD eingespielt und freut sich, dieses brillante Stück erneut aus dem „Dornröschenschlaf“ zu wecken.
Robert Schumanns 3. Sinfonie, die sog. „Rheinische“, genießt seit langem große Popularität. Sie wurde von der rheinischen Landschaft, von Land und Leuten inspiriert. Ein sakral anmutendes Thema im 4. Satz könnte zudem von einem Besuch des Kölner Doms angeregt worden sein. Die Sinfonie gefiel schon bei ihrer Uraufführung am 5. Februar 1851 in Düsseldorf. Nach jedem Satz wurde spontan applaudiert.
Mit Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52 hatte Schumann 10 Jahre zuvor weniger Erfolg. Das zwischen Suite, Sinfonietta und Sinfonie zu verortende Werk fand erst nach gründlicher Umarbeitung freundliche Aufnahme.

SOLISTIN:
Luisa Imorde, Klavier, ... geb. 1989, entstammt einer Musikerfamilie. Ihre ersten Unterrichtsstunden bekam sie im frühesten Kindesalter von ihrer Mutter. Ihr Vater hält heute eine Klavierprofessur an der HMT Rostock. Die junge Künstlerin nahm bereits zwei Jahre vor dem Abitur ein Studium an der Hochschule für Musik Köln auf und setzte es fort am Mozarteum Salzburg bei Jacques Rouvier. Luisa Imorde ist mehrfache 1. Bundespreisträgerin bei Jugend Musiziert und gewann zahlreiche Preise bei Wettbewerben in Italien, Spanien und Deutschland. Besonders wichtig ist es ihr, Werke verschiedener Komponisten gegenüber zu stellen mit dem erklärten Ziel, sie uns - dem Publikum - auf neuartige Weise hörbar zu machen und Beziehungen aufzuzeigen, die verborgen zu sein scheinen. So kombinierte sie auf ihrer ersten CD "Zirkustänze" Werke von Jörg Widmann mit denen Robert Schumanns. Auf ihrem zweiten Album ließ sie das Klavierduell zwischen Joseph Woelfl und Ludwig van Beethoven wieder aufleben. Unter Leitung von Marie Jacquot nahm sie gemeinsam mit den Bremer Philharmonikern Clara Schumanns Klavierkonzert auf. 2019 spielte sie Jörg Widmanns Klavierkonzert mit dem WDR Symphonieorchester Köln. In der Saison 2019/20 wird Luisa Imorde u. a. im Konzerthaus Berlin, im Musikverein Wien und in der Elbphilharmonie Hamburg zu hören sein.

Musikalische Leitung: Sebastian Tewinkel
Mitwirkende: Neubrandenburger Philharmonie / Solistin: Luisa Imorde, Klavier

Do 12.09.19, 10:00 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  12.09.19, 10:00    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Do 12.09.19, 19:30 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  12.09.19, 19:30    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Fr 13.09.19, 19:30 Uhr
Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater

Fr  13.09.19, 19:30    Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater
 
Sa 14.09.19, 19:00 Uhr
Unterwegs
Ernst-Reuter-Saal im Rathaus Reinickendorf, Berlin

Sa  14.09.19, 19:00    Unterwegs
Ernst-Reuter-Saal im Rathaus Reinickendorf, Berlin
 
So 15.09.19, 18:00 Uhr
Landestheater Neustrelitz
Großes Haus
Karten: Email / online

So  15.09.19, 18:00    Landestheater Neustrelitz
Großes Haus
 
Karten: Email / online


2. Philharmonisches Konzert: BILDER

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Werke von Schostakowitsch, Korngold, Mussorgski

KONZERTPROGRAMM:
Dmitri Schostakowitsch: Filmmusik „The Gadfly“
Erich Wolfgang Korngold Violinkonzert d-Dur
Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung

Artist in residence Tobias Feldmann spielt das Korngold-Violinkonzert!
(AVZ) „Musik kann nicht anders genannt werden als die Schwester der Malerei. Malerei ist nicht nur stumme Poesie, sondern auch stumme Musik“, meinte schon Leonardo da Vinci am Beginn der Neuzeit. Ein berühmtes Beispiel dafür, wie Kunst den musikalischen Schaffensprozess beflügeln kann, stammt von Modest Mussorgski. Der Russe schrieb einen Klavierzyklus nach Bildern seines Freundes Viktor Hartmann, dem man 1874 nach seinem plötzlichen Tod in Petersburg eine Ausstellung gewidmet hatte. Mussorgski bezieht sich in seiner Komposition auf Arbeiten des Malers, die sich auf märchenhafte Figuren und berühmte Monumente beziehen bzw. Alltagssituationen mit psychologischer Tiefenschärfe beleuchten. Seine originale Klavierversion der „Bilder einer Ausstellung“ animierte viele Komponisten und Arrangeure zu Bearbeitungen. Die wohl bekannteste stammt von Maurice Ravel. Auftraggeber war der Dirigent Sergej Kussewitzki, der auch 1922 die glanzvolle Uraufführung dieser zweiten Geburt der „Bilder einer Ausstellung“ in der Pariser Oper leitete.
Dmitri Schostakowitsch hat in jungen Jahren als Stummfilmpianist frei zu bewegten Bildern musiziert. Später komponierte er große Partituren zu Filmen wie „Das neue Babylon“ (1929), „Der Fall von Berlin“ (1949) und „Fünf Tage – Fünf Nächte“ (1961). 1955 lieferte Schostakowitsch den Soundtrack zu der sowjetischen Verfilmung von Ethel Lilian Voynichs Roman „The Gadfly“ („Die Stechfliege“), der die Abenteuergeschichte eines italienischen Revolutionärs im 19. Jahrhundert, erzählt. Die Filmmusik folgt klassisch-romantischen Vorbildern, zur Aufführung gelangen einige repräsentative Auszüge aus der Partitur. – Auch Erich Wolfgang Korngold ist mit seiner Musik an so manchem Kino-Erfolg beteiligt, so lieferte er u. a. die Soundtracks zu „Robin Hood, König der Vagabunden“ (1938) und „Der Herr der sieben Meere“ (1940). Mit seiner Oper „Die tote Stadt“ war ihm bereits 1920 der Durchbruch als Komponist gelungen. Als Jude fand Korngold während der NS-Herrschaft in den USA Asyl, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Hier vollendete er auch 1945 sein Violinkonzert, in dem er aus seinen Filmmusiken zitiert. Wohl auf den nostalgischen Beginn seines Werkes bezogen, meinte Korngold, sein Violinkonzert sei „mehr für einen Caruso als einen Paganini“. Interpretiert wird es von artist in residence Tobias Feldmann. Die Konzertleitung liegt in bewährter Weise in den Händen von GMD Sebastian Tewinkel.
Musikalische Leitung: Sebastian Tewinkel
Solisten: Tobias Feldmann
Mitwirkende: Neubrandenburger Philharmonie

Do 10.10.19, 10:00 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  10.10.19, 10:00    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Do 10.10.19, 19:30 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  10.10.19, 19:30    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Fr 11.10.19, 10:00 Uhr
Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater

Fr  11.10.19, 10:00    Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater
 


3. Philharmonisches Konzert: MEMENTO

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Werke von Stephan, Ravel, Tschaikowski

KONZERTPROGRAMM:
Rudi Stephan: Musik für Orchester (1910)
Maurice Ravel: Klavierkonzert D-Dur für die linke Hand _ Solistin: Marianna Shirinyan, Klavier
Peter Tschaikowski: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 („Pathétique“)

ARD-Preisträgerin interpretiert Ravels Klavierkonzert für die linke Hand
"Memento" ist das Programm des 3. Anrechtskonzertes überschrieben. Es lädt ein zu Andacht und Gedenken, denn die ausgewählten Werke entstanden vor tragischem Hintergrund: Als der Pianist Paul Wittgenstein durch eine schwere Verletzung im I. Weltkrieg seinen rechten Arm verlor, schien seine musikalische Laufbahn beendet. Doch er beschloss weiterzumachen, konzentrierte sich auf Übungen für die linke Hand und passte Werke des klassischen Repertoires den ihm verbliebenen Möglichkeiten an. Zudem vergab er Kompositionsaufträge. Neben Benjamin Britten, Erich Wolfgang Korngold, Sergej Prokofjew u. a. schrieb auch Maurice Ravel für Paul Wittgenstein ein Konzert für die linke Hand! Das einsätzige Werk setzt auf stilistische Vielfalt. Sein extrem schwieriger Solopart enthält Elemente des Jazz, Marschrhythmen, lyrische Kantabilität und einen Scherzo-Abschnitt. Interpretieren wird ihn Marianna Shirinyan, die 2006 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München gleich fünf Preise gewann (darunter den Publikumspreis) und seither gern gesehener Gast bei renommierten Festivals und Orchestern ist. Studiert hat die gebürtige Armenierin in Jerewan und Lübeck.
Rudi Stephan, der zu den begabtesten deutschen Komponisten seiner Generation zählte, kam im I. Weltkrieg an der Ostfront ums Leben. Er wurde nur 28 Jahre alt. Seine Musik, die an der Schwelle zwischen Spätromantik und Moderne steht, ist kaum bekannt. Überliefert sind auch nur die beizeiten vom Musikverlag Schott herausgegebenen Werke, denn Stephans kompositorischer Nachlass wurde 1945 während eines Bombenangriffs auf Worms ein Raub der Flammen. Der Kieler GMD Benjamin Reiners, der als Gast das Konzert der Neubrandenburger Philharmonie leiten wird, möchte mit der Aufführung von Rudi Stephans Musik für Orchester an den durch tragische Umstände in Vergessenheit geratenen genialischen Komponisten erinnern.
Ob seine Sechste und zugleich letzte Sinfonie von Anfang an als eine Art „Schwanengesang“ oder Lebensrückschau gedacht war, hat Peter Tschaikowski nicht preisgegeben. Er starb nur wenige Tage nach der Uraufführung seiner sog. „Pathétique“. Dass das Werk Requiem-Charakter trägt, hat er jedenfalls nicht bestritten. „Mich verwirrt der Umstand, dass meine letzte Sinfonie, die ich gerade eben geschrieben habe (...), von einer Stimmung durchdrungen ist, die der, von der das ‚Requiem' erfüllt ist, nahe verwandt ist“, bekannte er. Das Werk enthält Zitate aus dem orthodoxen Totenoffizium und schließt mit einem Adagio lamentoso, das einem „Versinken im Nichts“ gleichkommt (Burkhard Rempe).

Termine:
7. November 2019, 10.00 Uhr, Konzertkirche Neubrandenburg – öffentliche Generalprobe
7. November 2019, 19.30 Uhr, Konzertkirche Neubrandenburg
8. November 2019, 19.30 Uhr, Ernst-Barlach Theater Güstrow
10. November 2019, 18.00 Uhr, Landestheater Neustrelitz

SOLISTIN:
Marianna Shirinyan wurde 1978 in Jerewan (Armenien) geboren. Im Alter von sechs Jahren wurde sie in das Tschaikowski-Gymnasium ihrer Heimatstadt aufgenommen und erhielt dort Unterricht bei Margarita Hakobian. 1995 begann Marianna Shirinyan ihr Studium an der Staatlichen Musikhochschule in Jerewan in der Klasse von Prof. Igor Javrian und setzte dieses 1997 bei Prof. Mathias Weber in Hamburg, bevor sie an der Musikhochschule Lübeck, in der Klasse von Prof. Konrad Elser mit Auszeichnung abschloss. Seit 2013 ist Marianna Shirinyan Steinway Artist.
Als sie im Jahr 2006 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München gleich fünf Preise erhielt, begann für sie eine steile Karriere als Solistin und Kammermusikerin. Sie ist ein gern gesehener Gast bei vielen internationalen Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Schwetzinger Festspielen, Bergen Festspillene, dem Stavanger International Chamber Music Festival und beim MDR Musiksommer. Gleichzeitig hat sie sich den Ruf als eine der führenden Pianistinnen der jungen Generation durch solistische Auftritte mit den renommierten skandinavischen Orchestern erworben, darunter das Danish National Symphony Orchestra, das Oslo Philharmonic, die Göteborger Symphoniker, das Trondheim Symphony Orchestra, die Copenhagen Philharmonic, das Ostrobothnian Chamber Orchestra und das Odense Symphony Orchestra.

GASTDIRIGENT:
Benjamin Reiners ist ab der Spielzeit 2019/20 Generalmusikdirektor am Theater Kiel und damit Nachfolger von Georg Fritzsch. Geboren 1983 in Duisburg, machte er seine Ausbildung in Köln und Detmold. Am Staatstheater am Gärtnerplatz in München war er Solorepetitor und Kapellmeister, 2011 wechselte er als Zweiter Kapellmeister an die Niedersächsische Staatsoper in Hannover und wurde dort später Erster Kapellmeister. 2016 ging er nach Mannheim. Gastdirigate führten und führen ihn unter anderem zum Münchner Rundfunkorchester, an die Oper Graz, an das Staatstheater Nürnberg, an die Theater in Chemnitz und Münster sowie zu den Nürnberger Symphonikern.

Do 7.11.19, 10:00 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  7.11.19, 10:00    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Do 7.11.19, 19:30 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg
Karten: Email / online

Do  7.11.19, 19:30    Konzertkirche Neubrandenburg
 
Karten: Email / online
Fr 8.11.19, 19:30 Uhr
Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater

Fr  8.11.19, 19:30    Unterwegs
Güstrow _ Ernst-Barlach-Theater
 
So 10.11.19, 18:00 Uhr
Landestheater Neustrelitz
Großes Haus
Karten: Email / online

So  10.11.19, 18:00    Landestheater Neustrelitz
Großes Haus
 
Karten: Email / online