ENSEMBLE Leitung & Mitarbeiter MUSIKTHEATER SCHAUSPIEL Kooperation: TANZKOMPANIE
Neubrandenburger Philharmonie
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Aus der Geschichte der Neubrandenburger Philharmonie

Die Neubrandenburger Philharmonie feiert 2021 ihr 70-jähriges Bestehen! Am 17. Juli 1951 gab das Orchester sein erstes öffentliches Konzert, und zwar im Volkshaus Friedland. Dirigent Martin Weiland war es gelungen, die ihm Anfang 1951 anvertraute Neubrandenburger Musiziergemeinschaft zu einem kleinen Sinfonieorchester zu formen. 1953 hatte der Klangkörper bereits den Status eines Staatlichen Kreiskulturorchesters erlangt und konnte unter seinem neuen Leiter Wolfgang Schumann für 1954/55 eine erste reguläre Konzertsaison planen. Dirigenten wie Hans-Georg Reichert, Hermann-Josef Nellessen und Fred Buttkewitz brachten das Orchester in den folgenden Jahrzehnten künstlerisch voran. In Anerkennung des wachsenden Renommees erfolgte 1981 die Umbenennung des Staatlichen Sinfonieorchesters – so die Bezeichnung seit 1959 - in Neubrandenburger Philharmonie.

Bereits unter Leitung von Fred Buttkewitz, der ab 1979 Chefdirigent des Orchesters war, gastierten die Musiker in Bulgarien, Polen sowie in verschiedenen Musikzentren der ehemaligen DDR. 1987 übernahm Romely Pfund die Chefposition - sie war zu diesem Zeitpunkt die erste deutsche Dirigentin mit einem eigenen Orchester! Mit viel Elan initiierte sie Benefizkonzerte zugunsten des Wiederaufbaus der 1945 ausgebrannten Marienkirche als Konzertstätte – ein ehrgeiziges Projekt, das man seit 1975 in Neubrandenburg verfolgte.

Gleich nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten begann die Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Konzerten in der Reihe „Grundton D“. Die Philharmoniker gastierten nun u. a. auch beim Schleswig-Holstein Musik Festival, in Bonn, Brüssel und Baden / bei Wien. Neben der Konzerttätigkeit in Neubrandenburg und in zahlreichen Abstecherorten Mecklenburg-Vorpommerns wurde 1994 die Bespielung des Neustrelitzer Landestheaters eine große Herausforderung für das Orchester, das bisher ausschließlich im sinfonischen und kammermusikalischen Bereich tätig war. Die gute erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Bühne war eine günstige Voraussetzung für die Fusion beider Einrichtungen mit dem Kammertheater Neubrandenburg zur Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz, die 2000/ 01 aus Gründen der Wirtschaftlichkeit erforderlich wurde.

Unter Nicolás Pasquet, der 1996 das Amt des Chefdirigenten übernommen hatte, gingen die Musiker 1999 auf Spanientournee. Im heimischen Neubrandenburg stießen die seit 1997 stattfindenden Baustellenkonzerte des Orchesters auf großes öffentliches Interesse, die den weiteren Ausbau der Marienkirche als Konzertstätte begleiteten. (Nach einem internationalen Architekturwettbewerb hatten sich die Neubrandenburger Stadtvertreter 1996 letztlich für das Konzept des finnischen Architekten Pekka Salminen entschieden.) Mit der Eröffnung des Sakralbaus als Konzertkirche im Juli 2001 erhielt die Neubrandenburger Philharmonie den langersehnten würdigen Aufführungsort und die gesamte Region ein kulturelles Zentrum von internationaler Ausstrahlung.

Stefan Malzew, der von 2001 bis 2015 als Chefdirigent und GMD Orchestergeschichte schrieb, wird als Initiator von 50 spektakulären Neubrandenburger Konzertnächten in Erinnerung bleiben. Unter GMD Sebastian Tewinkel konnte die Neubrandenburger Philharmonie seither ihr hohes künstlerisches Potential weiter ausloten und beachtliche Publikumszuwächse verzeichnen.

Längst hat sich die Neubrandenburger Philharmonie zu einem modernen und weltoffenen Klangkörper entwickelt, der nicht nur mit klassischem Repertoire überzeugt, sondern ebenso mit Filmmusik, Jazz und anderen Musikgenres begeistert. Sehr gefragt ist die Neubrandenburger Philharmonie außerdem als Ballorchester. Mit Foxtrott, Walzer & Co bereichern die Musiker u. a. den Flanierball im Schlosshotel Fleesensee sowie den Neustrelitzer Theaterball.

2015 riefen die Neubrandenburger die MüritzProms in Waren ins Leben, die bei Einheimischen und Urlaubern sehr beliebt sind. Die erst 2018 initiierte Reihe „Konzertkirche PLUS“ findet in Zusammenarbeit mit befreundeten Ensembles statt, wodurch auch ungewöhnlich groß besetzte Orchesterwerke realisiert werden können. Zu einem außerordentlichen Erfolgsmodell haben sich die Neujahrskonzerte in Kooperation mit Becker-Strelitz-Reisen entwickelt, die fast immer ausverkauft sind. Eine enge Zusammenarbeit verbindet die Musiker mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. So sind u.a. bereits für 2022 zwei Konzerte beim Festspielfrühling auf Rügen mit Daniel Hope und weiteren renommierten Solisten geplant. NDR und Deutschlandfunk Kultur übertragen regelmäßig Konzerte des Neubrandenburger Orchesters. Die Neubrandenburger Philharmonie brachte zahlreiche CDs heraus, so z. B. mit Musik von Antonio Rosetti, Johann Wilhelm Hertel, Ferruccio Busoni, Giuseppe Martucci, Ottorino Respighi und Emilie Mayer.