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03. Philharmonisches Konzert 08/09 | Stückbeschreibung | Presse
Beethoven & Brahms

Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zum Trauerspiel ?Coriolan? c-Moll op. 62
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

(avz) Im November gibt es ein Wiedersehen (und -hören!) mit dem Pianisten Vladimir Stoupel. Der in Russland geborene Musiker studierte am Moskauer Konservatorium Klavier bei Ewgenij Malinin und Dirigieren bei Gennadij Roshdestwenskij. 1984 ging er nach Frankreich. Zwei Jahre später wurde der Pianist Preisträger des Concours International d'Exécution Musicale in Genf. Zahlreiche Konzerte führten ihn seither durch ganz Europa und die USA. Stoupel, der seit 1985 französischer Staatsbürger ist, lebt heute in Berlin.
Mit der Neubrandenburger Philharmonie interpretierte er bereits "Prometheus" sowie das Klavierkonzert von Skrjabin, Schuberts "Wandererfantasie" in der Orchesterfassung von Liszt sowie Beethovens 4. Klavierkonzert. Diesmal nun steht dessen 3. Klavierkonzert auf dem Programm. Das im Jahre 1800 entstandene Werk markiert zweifellos einen Höhepunkt in Beethovens Virtuosenlaufbahn. Im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Klavierkonzerten zählte der Komponist selbst sein 3. zu den "Besseren". Es ging ihm hier nicht mehr vordergründig um spieltechnische Finessen, sondern um die eigentliche kompositorische Leistung. Als Vorspiel zu dem Schauspiel "Coriolan" des Österreichers Heinrich Joseph von Collin schrieb Beethoven 1807 eine Ouvertüre. Seine Musik reflektiert Charakter und Schicksal des römischen Feldherrn Coriolan, der wissentlich zum Verräter seiner Heimatstadt wurde.

Keine zehn Jahre nach Abschluss seiner Ersten Sinfonie, widmete sich Johannes Brahms bereits zum letzten Mal dieser Gattung. In seiner Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 führte er bestimmte Eigenarten seines Stils wie die Variationskunst und die dichte Verwebung der einzelnen Motive und Themen, zu neuer Meisterschaft. Während der Komponist mit dem triumphalen Finale seiner Ersten Sinfonie noch die "'heroischen Illusionen' der Klassik aufgreift und weiterentwickelt" (Frank Schneider), machen sich in seiner Vierten Sinfonie, wie in seinen späteren Werken überhaupt, resignative Töne bemerkbar. Das Werk klingt nicht mehr mit einer verheißungsvoll jubilierenden Hymne aus. Ihr Finale drückt eher ein Sich-Bescheiden aus. "Der 'Abfall' vom herrschenden bürgerlichen Zeitgeist mit seinen flachen Optimismen, das Zeugnis tiefer erlebter, fortbestehender Konflikte hinter prosperierender Fassade und urbaner Bequemlichkeit verleiht der Brahmsschen Sinfonik ihre spürbar kritische Dimension und ihren besonderen Protestgehalt - unabhängig davon, in welchem Maße sich Brahms solcher Implikationen bewusst war." (Frank Schneider)


Musikalische Leitung   Stefan Malzew   Solisten   Vladimir Stoupel  
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