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1. Philharmonisches Konzert | Stückbeschreibung
PARIS

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Pariser Premieren: Saisonauftakt mit Werken von Bizet, Prokofjew und Berlioz
KONZERTPROGRAMM:
Georges Bizet: Jeux d’enfants Petite Suite
Sergej Prokofjew: Violinkonzert Nr. 1 D-Dur
Hector Berlioz: Symphonie fantastique

(avz) Neben ausgewählten Beethoven-Sinfonien sind es geschichtsträchtige Musikstädte, die den Spielplan der Neubrandenburger Philharmonie 2017/18 bestimmen. So gelangen unter Leitung von GMD Sebastian Tewinkel im 1. Philharmonischen Konzert Werke zur Aufführung, die allesamt in Paris uraufgeführt wurden.

Georges Bizets Suite „Jeux d'enfants“ („Kinderspiele“) gelangte am 2. März 1873 im Pariser Théatre de l’Odéon unter Leitung von Edouard Colonne zur Uraufführung. Das Werk basiert auf dem 1871 entstandenen Zyklus für Klavier zu vier Händen, in der sich der Franzose facettenreich in die Welt der lieben Kleinen hineinfühlte. Fünf der insgesamt 12 Miniaturen orchestrierte er, charmant und witzig wie immer. Wer Bizets Musik liebt, wird auch an dessen kleiner Orchestersuite seine Freude haben!

Sergej Prokofjews 1916/17 in St. Petersburg vollendetes 1. Violinkonzert erlebte erst 1923 seine Premiere, als der Komponist seiner russischen Heimat längst den Rücken gekehrt hatte. Die Uraufführung kam in der Pariser Oper zustande und wurde von Sergej Koussewitzky geleitet. Marcel Darrieux übernahm den hochvirtuosen Solopart. Das heiter-ironische Werk stieß bei Publikum und Presse zunächst auf eine geteilte Aufnahme. Igor Strawinsky, der in jenem Pariser Konzert als Dirigent mit seinem Oktett für Blasinstrumente debütierte, gefiel das Werk jedenfalls schon damals. Inzwischen gehört es längst zum Standardrepertoire renommierter Solisten und Orchester. Andrey Baranov (geb. 1986), der bereits mehr als 20 internationale Violinwettbewerbe gewonnen hat, wird Prokofjews 1. Konzert interpretieren. Er war es übrigens auch, der im Januar 2014 das 2. Violinkonzert seines Landsmanns mit der Neubrandenburger Philharmonie spielte.

Hector Berlioz‘ „Symphonie fantastique“, die schon bei ihrer Uraufführung 1830 Aufsehen erregte, wurde stark von der leidenschaftlichen Liebe des Komponisten zu der seinerzeit gefeierten irischen Schauspielerin Harriet Smithson inspiriert. Mit der gewaltigen Instrumentalkomposition warb er um die Gunst der Angebeteten. Zu seinem und ihrem Unglück wurden die Beiden später tatsächlich getraut… „Wir glauben in der Sinfonie von Berlioz das Vorspiel einer Revolution in der Instrumentalmusik und eine neue dramatische Entwicklung zu erblicken“, schrieb der französische Musikkritiker Joseph d’Ortigue 1833. Berlioz bezeichnete sein Werk als „musikalisches Drama“, das, „da es der Unterstützung durch den Worttext entbehrt, einer vorherigen Erklärung“ bedarf. Er selbst verfasste ein Programm zu der Sinfonie, die einzelne Episoden aus dem Leben eines Künstlers schildert. So begegnet dem Hörer bereits im ersten Sinfoniesatz jene Frau, die dem imaginären Protagonisten über alle Maßen den Kopf verdreht. Ihr Erscheinen wird in dem Werk durch einen wiederkehrenden Gedanken repräsentiert (Idée fixe). Als der Künstler am Ende glaubt, dass seine Liebe verschmäht wird, greift er zum Opium. Unter dem Einfluss der Droge erlebt er seine eigene Hinrichtung samt Hexensabbat. Ein orchestrales Spektakel!

PRÄLUDIUM am Donnerstagabend in der Konzertkirche:
In Neubrandenburg wird das abendliche Konzert von einem Orgelvorspiel eröffnet. Christian Stähr, der Kantor der hiesigen Johanniskirche, wird mit César Francks Opus 18 ebenfalls eine Pariser Premiere präsentieren.

KONZERTEINFÜHRUNG: 18:45 im Turmzimmer der Konzertkirche

Musikalische Leitung GMD Sebastian Tewinkel Solisten Andrey Baranov | Neubrandenburger Philharmonie / Orgelvorspiel: Christian Stähr