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39. NEUBRANDENBURGER KONZERTNACHT | Stückbeschreibung
DIE ERDE _ Teil 3: LUFT

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Musik liegt in der Luft: die 39. Konzertnacht setzt Vier-Elemente-Reihe fort

Was, wenn uns die Luft ausgeht? Nicht nur, dass unsere Existenz vom Sauerstoffgehalt des Gasgemischs abhängt, nein, auch die Musik ist ohne Luft ganz und gar nicht denkbar. Denn Luft ist das Transportmittel für alles, was wir hören. Musik entsteht, wenn Luft in eine gleichmäßige Schwingung versetzt wird. Dies kann auf sehr unterschiedliche Weise geschehen: Saiten, Membrane, Holz- oder Metallplättchen u. a. können Schallwellen hervorrufen und so zum Klingen gebracht werden. Ja, die Luft selbst kann zum ursächlichen Tonerzeuger werden, was gut am Beispiel von Blasinstrumenten zu verfolgen ist. „Luftklinger“ (Aerophone) sollen in der kommenden Konzertnacht eine zentrale Rolle spielen, wenn sich die Neubrandenburger Philharmoniker und GMD Stefan Malzew dem gasförmigen Stoff im Rahmen ihrer Vier-Elemente-Reihe zuwenden. Neben dem Melton Tuba Quartett, dem immer noch einzigen, aus vier Tubisten bestehenden Ensemble in Deutschland, konnte auch das Blockflötenensemble Quartet New Generation für das „luftige“ Programm verpflichtet werden. Mit „Airlines“ von Wojciech Blecharz haben die vier Blockflötenspielerinnen ein durchaus zum Konzertnacht-Thema passendes Stück ausgewählt. Neben dieser effektvollen Komposition gelangt auch ein Blockflöten-Konzert des Dresdner Barockmeister Johann David Heinichen zur Aufführung. Das Melton Tuba Quartett wird mit gewissen Vorurteilen aufräumen, die dem großen, tiefen Blechblasinstrument häufig entgegengebracht werden. Von wegen Schwerfälligkeit - selbst Rimski-Korsakows Hummelflug kann auf der Tuba rasant surren! Der Amerikaner John Stevens schrieb 2010 für die vier Weltklasse-Tubisten eigens ein Grand Concerto, das die überraschenden klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten des Instruments in den Vordergrund stellt: "Das Publikum darf ein Gefühl des Staunens mitnehmen über die Klänge und Energien, die durch die Kombination eines Tuba-Quartetts mit einem Sinfonieorchester entstehen können", meint der Komponist.

Musik zwischen Sturm und Stille dominiert die 39. Konzertnacht. In seiner Ouvertüre zur Oper "Der fliegende Hollände" lässt Richard Wagner die Wellen hochschlagen. Debussy schafft es in seinem Vorspiel zum "Nachmittag eines Faun", eine erotisch schwüle Stimmung zu erzeugen, einen Dämmerzustand ohne jegliche erfrischende Flaute. Paul Lincke verbreitet mit seinem berühmten Marsch "Berliner Luft" das freie Lebensgefühl der Metropole. Auf ein Gedicht von Bruno Wille geht Anton Weberns (spät-)romantische Orchester-Idylle "Im Sommerwind" zurück. "Weißt du, sinnende Seele / Was selig macht? / Unendliche Ruhe!", lautet einer der Verse.

Seien Sie herzlich willkommen zur 39. Neubrandenburger Konzertnacht unter dem Motto „Luft“!

Gastdirigent Stefan Malzew | Neubrandenburger Philharmonie & Gäste  |  u. a. mit dem Melton Tuba Quartett und dem Blockflötenquartett New Generation