REPERTOIRE   Spielzeit 2017/2018
Mokka-Milch-Eisbar | Stückbeschreibung | Presse | Karten bestellen
preview Fotoauswahl (1-10)



Nordkurier / Kultur
So 23.10.2016
Liederabend in Neubrandenburg von Marcel Auermann

Ostalgie allein macht noch keinen Erfolg
Der Liederabend „Mokka-Milch-Eisbar“ bietet eine Reise in die DDR-Vergangenheit. Das hört sich erst einmal interessant an. Das Stück leidet allerdings an vielen Punkten. Karl-Marx-Allee 35, Berlin – wer heute vor diesem Gebäude steht, sieht zwar noch den sozialistischen, hallenartigen Bau mit einem offenen Galeriegeschoss. Den einstigen kultigen Treffpunkt vermutet jedoch keiner mehr. Hier befand sich einst die „Mokka-Milch-Bar“. Meine Güte, der Großteil des Publikums, das 50plus ist, verbindet Wundervolles, Ausgelassenes, Weltmännisches mit diesem Ort, der eine Eisbar, aber ebenso eine der angesagtesten Diskotheken der DDR weit und breit war. So stellt dieser Liederabend, der am Wochenende im Schauspielhaus Neubrandenburg Premiere feierte, eine Reise in die Vergangenheit dar.
Mit 80 Minuten Spielzeit hält Regisseurin Birgit Lenz erst einmal alles knapp und kompakt. Nicht mehr, nicht weniger. 16 Liedchen spulen Barmixer Marcel, Kellnerin Sabine, Köchin Ramona und Kellner Jens schnell ab. Ansonsten bieten die Protagonisten nichts. Jedenfalls nicht viel. Die arg konstruierte Handlung soll deshalb nur kurz erwähnt werden, weil sie lediglich dazu dient, im Zwei-Minuten-Takt bekannte Stücke aus der Plattensammlung anklingen zu lassen – streng nach der ehemaligen ostdeutschen Regel 40/60. Also 40 Prozent Musik aus dem Westen, 60 Prozent aus dem Osten.
Um was rankt sich nun also die Musik? Nach einer Renovierung der Mokka-Milch-Eisbar steht die Neueröffnung an. Das Programm für den lang ersehnten Abend zurrte der Chef schon lange fest und die Gäste sind eingeladen. Doch der Boss machte inzwischen in den Westen ’rüber. Über all den Trubel vergaß er, die Rechnungen für die Künstler zu bezahlen, weshalb nun die Angestellten allein dastehen. „Daggy, Lippi und Puhdys nicht da, also machen wir eben alles selbst“, knattert die herrlich schrullige Karin Hartmann als kernige Köchin Ramona. Und so übt und übt und übt sie mit ihren Kollegen. Doch weder Thomas Pötzsch als Barmixer Marcel noch Sven Jenkel als Kellner Jens sind die geborenen Sänger. Einzig und allein Josefin Ristau als Kellnerin Sabine legt einiges an musikalischem Potenzial an den Tag.
Vielleicht sollte der Zuschauer aber auch nicht zu harte Maßstäbe an diesen Abend anlegen, den er mal so nebenbei konsumiert. Kaum sitzt er, schunkelt ein bisschen hier und ein bisschen da, singt etwas bei diesem Lied und ein bisschen bei jenem Schlager mit, fällt schon der Vorhang. Bei „Mokka-Milch-Eisbar“ handelt es sich, wenn wir im Bild bleiben wollen, um ein Eis, das schnell schmilzt, tropft und schnell gegessen, aber leider auch vergessen ist. Höchstens ein paar Kleckerkleckse und klebrige Hände bleiben. Als Einstimmung auf einen Silvesterabend, bei dem eben noch mehr kommt, auf das man sich freuen kann, kann diese Produktion gut taugen, weshalb sie am 31. Dezember in Neustrelitz auf die Bühne kommt.


Nordkurier
Fr 21.10.2016
Zurück in Neubrandenburg von Frank Wilhelm

Josefin Ristau ist zurück in Neubrandenburg
Nach ihrem Engagement in Schwerin ist Josefin Ristau zurückgekehrt in ihre Heimatstadt Neubrandenburg. Am Freitag ist sie im Schauspielhaus als schöne Kellnerin in der Mokka-Milch-Eisbar zu erleben.
Ein Hauch von Ostalgie wird am Freitag durch das Schauspielhaus Neubrandenburg wehen. Hits der Puhdys und anderen DDR-Musikgrößen wie Thomas Natschinski und Bärbel Wachholz werden erklingen, wenn die Premiere des Liederabends „Mokka-Milch-Eisbar” über die Bühne geht. Schlager, die vor 40, 50 Jahren entstanden. Zu dem Zeitpunkt war an Josefin Ristau, noch nicht zu denken. Die Schauspielerin ist 26 Jahre alt, geboren im Jahr der deutschen Einheit. Sie hat aber durchaus eine Beziehung zu den Liedern und dem Zentrum des Geschehens auf der Bühne: Onkel und Tante wohnen am Berliner Alexanderplatz. Einige Hunderte Meter entfernt, in der Karl-Marx-Allee, findet sich die legendäre Mokka-Milch-Eisbar.
„Mokka-Milch-Eisbar” ist nach „Er ist wieder da” die zweite Inszenierung am Theater Neubrandenburg/Neustrelitz, in der Josefin Ristau spielt. Seit Beginn der Spielzeit 2016/17 gehört sie zum Ensemble der Theater und Orchester GmbH (TOG) und ist damit heimgekehrt. Josefin Ristau ist in Neubrandenburg geboren, aufgewachsen und hat hier ihr Abitur gemacht. Nach dem Abitur war sich die junge Dame noch nicht im Klaren darüber, wohin sie der Berufsweg führen würde. Das sich anschließende Freiwillige Soziale Jahr an der TOG brachte die Entscheidung. „Ich habe schnell gemerkt, dass mich Tanz, Schauspiel und Gesang ansprechen.” Sogar mit einer Auszeichnung wurde sie bereits gekrönt: 2015 erhielt sie den Conrad-Ekhof-Preis der Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters. „Sie hat bereits in vielen Inszenierungen neben hervorragenden schauspielerischen Leistungen ihre besonderen gesanglichen Qualitäten unter Beweis gestellt”, hieß es in der Würdigung der Jury.

Musikalische Leitung Frank Obermair Regie Birgit Lenz Ausstattung Jörg Masser mit Karin Hartmann| Sven Jenkel| Thomas Pötzsch| Josefin Ristau | Musiker: Frank Obermair (Klavier), Christoph Keck (Schlagzeug) und Torsten Thomann (Gitarre).   |   Choreographie: Anika Laß