REPERTOIRE   Rückschau
Es war einmal | Stückbeschreibung | Presse
preview Fotoauswahl (1-8) + Film



Nordkurier / Kultur
Fr 25.10.2013
Zauberhaftes Tanzmärchen von Frank Wilhelm

Wenn der Wolf die Märchen durcheinanderbringt

Sie haben noch kein Nikolaus-Geschenk für Ihre Kinder oder Enkel? Wie wär's denn mal mit einer Theaterkarte statt des neuesten Spiels für die Konsole! Ein Stück lässt sich für die Vorweihnachtszeit ruhigen Gewissens empfehlen: "Es war einmal ..." - ein Tanzmärchen, dargeboten von der Deutschen Tanzkompanie, das am Freitag im leider nur mäßig besetzten Neubrandenburger Schauspielhaus seine viel bejubelte Uraufführung erlebte. Die phantasievolle Idee, geschöpft und umgesetzt von Kirsten Hocke (Idee, Inszenierung, Choregrafie) und Oliver Hohlfeld (Libretto und Dramaturgie): Der junge Wolf "Wildfang" ist aus dem Märchenbuch ausgerissen und treibt nun sein Späße, indem er die anderen Märchen durcheinanderbringt. Der Prinzessin und dem Froschkönig wird die goldene Kugel entwendet, die wiederum im Korb der bösen Stiefmutter von Schneewittchen landet. Das Mädchen bleibt dafür vom vergifteten Apfel verschont. Auch mit Rapunzel treibt der Wolf seine Späße - schnipp, schnapp und ab ist der Zopf. Da hat der Prinz natürlich keine Chance mehr, den Turm zu erklimmen. Märchen futsch.
Eigentlich, denn es gibt ja noch den Hüter der Märchenbücher - der aussieht wie der Zauberer Gandalf aus "Herr der Ringe", hier allerdings Heinrich heißt. Der sorgt nicht nur dafür, dass in den Rapunzel-Turm eine Tür gezaubert wird. Der Hüter muss vor allem den Wolf wieder einfangen, was allerdings gar nicht so einfach ist. Dabei hilft ihm das junge Publikum von Anfang an. Herrlich, wie die Kinder im Saal mit dem Hüter kommunizieren: "Da, da, da ist der Wolf!!!" schreien sie immer wieder gen Bühne. Apropos Bühne: In einer generell tadellosen Inszenierung gebührt Bühnenbildner Oliver Opara und Kostümbildnerin Julia Mottl besonderes Lob. Herrlich die Idee, ein großes, klassisches Märchenbuch auf die Bühne zu stellen, das dann Szene für Szene umgeblättert wird. Phantasievoll auch die Kostüme der Tänzer - allein schon das aus blonden Locken bestehende Kleid von Rapunzel.
Wer hierzulande in den Genuss von "Es war einmal" kommen möchte, muss sich noch einige Wochen gedulden. Die Tanzkompanie geht mit dem Märchen auf Reisen, unter anderem nach Brüssel, Zwickau und Fulda. Erst ab Mitte Dezember ist das Stück in Neustrelitz beziehungsweise Neubrandenburg zu erleben - allerdings nur wochentags um 10 Uhr, nicht gerade ideal für arbeitende Familien.


Nordkurier / Neubrandenburger Zeitung
Do 24.10.2013
Märchenwesen erobern das Schauspielhaus von Ingmar Nehls

Ein kleiner Wolf bringt die schöne Ordnung der Grimmschen Märchenwelt aus ihren Fugen. Können die kleinen Zuschauer aus Neubrandenburg die Märchen retten?

Jedes Kind weiß, wie Schneewittchen vergiftet wird oder warum der Froschkönig am Tisch mit der Prinzessin speisen darf. In der Grimmschen Märchenwelt laufen die Geschichten immer gleich ab. Dafür sorgt der Hüter des Märchenbuches (Axel Rothe). Doch leider bringt der kleine Wolf, auf den der Hüter aufpasst, alle Geschichten durcheinander. Und nun liegt es an den Kindern, dass sie dem Hüter des Märchenbuches dabei helfen, damit es bei der Uraufführung des Tanzmärchens „Es war einmal...“ morgen um 10 Uhr im Schauspielhaus Neubrandenburg heißt: Ende gut – alles gut. Die Idee für diese turbulente Handlung hatte Kirsten Hocke, die auch Regie führt und die Choreografie für die Tänzer der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz erarbeitet hat. Das Libretto stammt aus der Feder des Dramaturgen Oliver Hohlfeld. Der Familienvater ist privat allabendlich geübter Märchenvorleser und Geschichtenerfinder. „Märchen sind knapp, zeitlos und haben einprägsame Figuren“, sagt Hohlfeld. So treffen die Zuschauer auf Rapunzel, Rotkäppchen, Frau Holle, den Froschkönig und viele andere Grimmsche Figuren. „Uns ist es ganz wichtig, dass wir die Kinder erreichen und eine Interaktion stattfindet“, sagt Kirsten Hocke. Sie ist sich sicher, dass auch Eltern und Großeltern ihren Spaß haben und sich vom Zauber der Märchen anstecken lassen werden.
13 Tänzer verkörpern die zauberhaften Märchenwesen. Für jede Figur hat Kirsten Hocke eine eigene Musik gesucht, so dass Stücke von vier Komponisten zu hören sind. Die gute Auswahl sorgt aber dafür, dass die Stücke nahtlos ineinander übergehen und wie aus einem Guss klingen. Julia Mottl hat ganz zauberhafte Kostüme gestaltet und Oliver Opara bringt ein phantasievolles Bühnenbild mit einem riesigen Märchenbuch auf die Bühne.

Choreographie Kirsten Hocke | Regie: Kirsten Hocke  |  Libretto/Dramaturgie: Oliver Hohlfeld  |  Bühnenbild: Oliver Opara  |  Kostüme: Julia Mottl  |  Tanzensemble Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz: José Caba Mariaca  |  Federica Cananà  |  Nicola Clarissa Gehring  |  Lenka Liebling,  |  Evgeniya Mirnik  |  Gabrune Sablinskaite  |  Dmitri Poukhlovski  |  Philipp Repmann  |  Axel Rothe  |  Emanuel Schonkalla  |  Alexander Sokolov