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Der Graf von Luxemburg | Stückbeschreibung | Presse
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Nordkurier / Kultur
Do 03.07.2014
Der Graf und die Sängerin von Frank Wilhelm

Interview mit Alexander Geller und Marion Costa – hier stimmt die Chemie

Alexander Geller ist der Star bei den Festspielen im Schlossgarten Neustrelitz, die in diesem Jahr mit dem „Grafen von Luxemburg“ aufwarten. An seiner Seite singt Marion Costa. Im Interview verrät das Traumduo Frank Wilhelm einige private Geheimnisse.
Man merkt schnell, dass die Chemie zwischen Ihnen stimmt. Frau Costa, was mögen Sie an Herrn Geller?
(Alexander Geller hält sich demonstrativ die Ohren zu, Marion Costa muss schallend lachen.)
Costa: Wir haben uns schon immer mal gesagt, dass wir gerne zusammen singen würden. Jetzt klappt es endlich. Wir verstehen uns gut. Es hilft auf der Bühne, wenn man sich wohlfühlt mit dem Partner.
Herr Geller, weshalb mögen Sie Frau Costa?
(Jetzt hält sich Marion Costa die Ohren zu, lauscht aber doch ab und zu.)
Geller: Sie ist wunderbar, humorvoll und absolut professionell. Außerdem ist sie überhaupt nicht zickig. Zickigkeit finde ich einfach furchtbar.
Im vergangenen Jahr trug Tonje Haugland als „Gräfin Mariza“ gefühlt 20 verschiedene Kostüme während der Aufführung. Empfinden Sie das als Stress oder ist es als Frau schön, immer wieder was Neues anziehen zu können?
Costa: Ich habe im „Grafen von Luxemburg“ fünf Kostümwechsel, für die ich jeweils auch ausreichend Zeit habe. Oft bin ich froh, dass ich verschiedene Kleider tragen kann, beispielsweise, wenn ein Kostüm besonders gut passt.
Geller: Ich wechsle auch fünfmal, nehme das aber gelassen.
Als Zuschauer fragt man sich immer wieder, wie schaffen es Sänger und Schauspieler nur, so viel Text zu behalten. Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit dem „Grafen“?
Geller: Ich weiß seit knapp eineinhalb Jahren, dass ich die Partie des Grafen singe. Da ich in dieser Saison vier völlig neue Musiktheater-Partien einstudieren musste, war es diesmal relativ schwierig, Text und Musik zu verinnerlichen. Seit dem Frühjahr beschäftige ich mich konkret mit dem Grafen.
Costa: Ich weiß seit Januar, dass ich die Sängerin Angèle Didier spiele. Für mich ist es auch eine neue Textfassung.
Geller: Ich sitze nicht zu Hause und lerne den Text auswendig. Wir lesen den Text gemeinsam in der Probe ein, dann singe ich drei, vier, fünf Mal und ich habe meinen Part drauf. Die stetige Wiederholung mit Text und Musik ist entscheidend.
Costa: Das geht mir ähnlich. Ich lerne sehr schnell auswendig.
Wo sitzen Ihre schärfsten Kritiker?
Costa: In der Familie. Mein Mann kommt auch vom Theater und der schaut natürlich genau hin. Meine Eltern sind da schon wohlwollender. Sie gucken auch auf das Drumherum, auf die Kostüme und wie der Tenor war.
(Marion Costa muss wieder schallend lachen, während sie Alexander Geller anschaut.)
Geller (ebenfalls lachend): Ja, der Tenor, der ist natürlich klasse! Meine Frau kann leider nicht zur Premiere kommen, sie ist Pilotin und landet am Freitagabend erst wieder in Berlin. Sie ist sehr musikalisch und sagt mir klar, was ihr gefällt und nicht gefällt. Ja, und mein Vater ...
Wieso Ihr Vater?
Geller: Er hat selbst studiert und fühlt sich damit natürlich bemächtigt, mich zu kritisieren. Ich halte ihm dann meist scherzend entgegen, dass er Bass ist und gar nicht erahnen kann, wie schwierig es ist, als Tenor die hohen Töne zu treffen. Mit zunehmendem Alter signalisiert er aber, dass er stolz auf mich ist, was mich dann wiederum stolz macht.
Herr Geller, wenn Sie auf der Bühne stehen, schmelzen die Frauen im Publikum dahin. Sie müssen doch Fanpost ohne Ende bekommen?
Geller (schaut ganz verdutzt, als würde er dies zum ersten Mal hören): Ich bekomme null Fanpost. Groupies haben wir nicht, da singen wir einfach im falschen Metier.
Costa: Aus Österreich kenne ich das, dass die Menschen auch nach den Vorstellungen noch am Bühnenausgang warten, um die Sänger zu loben oder für eine Autogrammkarte. Das ist hier leider nicht der Fall.
Geller: Ach, jetzt fällt es mir ein: Ich hatte doch mal eine Autogrammanfrage – allerdings von einem älteren Herrn.
Ihre Fans, Herr Geller, werden Sie das letzte Mal hier erleben können?
Geller: Ich bin ja mittlerweile fast der Dienstälteste auf der Bühne. Ich wechsle zur neuen Saison ans Staatstheater nach Cottbus.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie beide vor der Premiere unter Hochspannung stehen. Aber wie schaffen Sie es, sich für die folgenden mehr als zehn Vorstellungen zu motivieren?
Costa: Indem wir einfach versuchen, an jedem Abend das Beste zu geben. Die Vorstellungen entwickeln sich im Positiven weiter. Wir werden gelassener und freier. Ich spüre jedes Mal, dass ich lockerer beim Spielen werde.
Die Premiere von „Der Graf von Luxemburg“ findet Freitag um 20 Uhr im Schlossgarten Neustrelitz statt. Weitere Vorstellungen sind am 5./11./12./13./17./18./19./20./25./26./27. Juli. Karten gibt es unter www.festspiele-schlossgarten-neustrelitz.de oder telefonisch unter der Rufnummer 03981  206400.


Nordkurier / NB / SZ
Fr 13.06.2014
Große Treppe von Anke Goetsch

Theater-Schlosser liefern Meisterstück: Große Treppe für die Festspieloperette Neustrelitz

Eben mal schnell eine Treppe bauen, das funktioniert nicht. Denn das Show-Teil für den "Graf von Luxemburg" muss auch jede Menge Gewicht aushalten. Und es gibt noch ganz andere Herausforderungen.
Die eigentlichen Helden der Festspiele im Schlossgarten kommen in diesem Jahr aus der Theater-Schlosserei. Denn Jörg Winkelmann und seinem Kollegen Frank Möhsel ist dort gerade ein wahres Meisterstück gelungen. Die große Revuetreppe, die bereits auf dem Neustrelitzer Schlossberg für die diesjährige Festspieloperette „Der Graf von Luxemburg“ aufgebaut ist, war kein einfaches Projekt, bekennt Winkelmann.
Seit Mitte März haben sich die Schlosser mit dem Projekt beschäftigt. Besondere Herausforderung: Die Konstruktion muss einiges an Gewicht aushalten, darf aber nicht zu schwer sein, sie muss bewegt werden - auf der Bühne während der Inszenierung und vom Theater in die Werkstätten beziehungsweise ins Lager. Mit viel Akribie, handwerklichem Geschick, technischer Raffinesse und Erfahrung im Umgang mit Bühnenaufbauten haben Jörg Winkelmann und Frank Möhsel das Abenteuer aber gemeistert.
Am Boden sieben Meter breit und 3,50 Meter hoch ist das Teil geworden. Je nach Handlungsort kommt es als Revue- oder als Haustreppe zum Einsatz. Und das Bauwerk ist wiederverwendbar: Es soll auch im kommenden Jahr bei dem Musical „Hello Dolly“ zum Einsatz kommen.


Nordkurier / Kultur
Di 11.03.2014
In Neustrelitz weht in diesem Jahr Pariser Luft von Marlies Steffen

Bei den beliebten Festspielen im Schlossgarten gibt sich im Sommer „Der Graf von Luxemburg“ die Ehre. Die Operette soll wieder opulent ausgestattet sein.

Der Graf kommt zurück. 33 Jahre lang hat er um Neustrelitz einen Bogen gemacht. Doch zwischen dem 4. und dem 27.  Juli wird sich „Der Graf von Luxemburg“ auf dem Schlossberg die Ehre geben. Denn die diesjährigen Festspiele stehen ganz im Zeichen der Lehár-Operette, mit der die Theater und Orchester GmbH (TOG) ihrem Publikum einen Augen- und Ohrenschmaus mit viel Pariser Charme bescheren will.
Die Zuschauer können sich auf ein opulent ausgestattetes Stück mit aufwendigen Kostümen und wandelbarer Bühne freuen. Und sie werden erneut auf Publikumslieblinge aus dem vergangenen Jahr treffen. Die Partie des Grafen René von Luxemburg übernimmt Tenor Alexander Geller. Fürst Basil Basilowitsch wird von Sigurd Karnetzki gegeben. Der Wermutstropfen: Beide Sänger nehmen mit den Festspielen Abschied vom Neustrelitzer Theater. Geller wechselt nach Cottbus, Karnetzki geht in den Ruhestand.

Schon 1500 Karten mehr reserviert als im Vorjahr:
Die musikalischen Proben für den „Grafen“ haben bereits begonnen. Die Inszenierung liegt in den Händen von Operndirektor Wolfgang Lachnitt, die musikalische Leitung obliegt Jörg Pietschmann. Premiere ist am 4. Juli, der 12. Juli ist dem Tag des Nordkurier vorbehalten.
Bislang sind für die Vorstellungen rund 7000 Karten reserviert. Das sind etwa 1500 mehr als im vergangenen Jahr, sagte am Dienstag Intendant Joachim Kümmritz. Etwas kürzer tritt das Theater in diesem Jahr bei der Anzahl der Vorstellungen. Anstelle von bisher 15 wird es nur noch zwölf Aufführungen geben. Dafür stehen rund 350 Sitzplätze mehr zur Verfügung. Insgesamt bietet das Festspiel-Theater auf dem Schlossberg dann pro Vorstellung rund 1400 Gästen Platz.
Die Festspiele im Schlossgarten hatten im vergangenen Jahr erstmals auf dem Schlossberg stattgefunden. Rund 12 500 Besucher wurden gezählt. Die Zahlen hofft man – gutes Wetter vorausgesetzt – in diesem Jahr übertreffen zu können. Dann soll auch das Ziel erreicht werden, kostendeckend zu arbeiten. Dies sei im vergangenen Jahr nicht ganz gelungen.

Worum geht es in der Operette?
In der 1909 uraufgeführten Operette „Der Graf von Luxemburg“ von Franz Lehár geht es um die Liebe. Primadonna Angèle Didier beabsichtigt eine Vernunftehe mit dem älteren Fürsten Basil Basilowitsch. Dazu bedarf es aber eines Adelstitels. Rein zufällig läuft ihr der verarmte, aber flotte Graf René über den Weg – und er ist gerade ziemlich klamm. Hört sich theoretisch gut an. Was die Akteure nicht berechnet haben, ist die Liebe.

Musikalische Leitung Jörg Pitschmann/Markus Baisch  |  Regie Wolfgang Lachnitt  |  Ausstattung Bernd Franke| Stephan Stanisic  |  Chorleitung Dr. Gotthard Franke  |  Choreographie Thomas Vollmer  |  Dramaturgie Lür Jaenike  |  MIT: Marion Costa| Dagmar Frederic| Alexander Geller | Lena Kutzner| Bernd Könnes| Andrés Felipe Orozco| Mario Thomann | Lothar Dreyer| Dieter Köplin | Opernchor, Extrachor und Statisterie des Landestheaters | Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz | Neubrandenburger Philharmonie