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My Fair Lady | Stückbeschreibung | Presse
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NORDKURIER / Kultur
Mo 27.01.2014
Nur die Liebe vereint Arm und Reich von Marcel Auermann

Opernchef Wolfgang Lachnitt macht aus dem dreistündigen Musical „My Fair Lady“ eine kurzweilige, schillernde Show inklusive Material- und Kostümschlacht.
Was für ein Gewusel, was für ein Durcheinander, was für eine Aktion auf der Bühne. Gut so!
Laila Salome Fischer spielt ihre Eliza so zerbrechlich, so vom Leben gebeutelt und in manchen Momenten wieder so resolut und selbstbewusst, dass sie der Zuschauer sofort ins Herz schließt. Robert Merwalds Higgins hingegen besitzt eine schöne unterschwellige Widerlichkeit, Arroganz und Schleimigkeit.
Oberst Pickering (in seiner Tüddeligkeit herrlich albern: Dieter Köplin) hält wie ein Vater die schützende Hand über Eliza.
Die Melodien entführen ins London von 1912. Dabei gerät das bekannteste Lied „Es grünt so grün“ zum Paradestück für Fischer, die eine wunderbare Operetten-Stimme besitzt.
Schöne Kostüme und imposante Bühnenbilder, Bewegung, Tanz, schnelle Szenenfolgen, ständig wechselnde Kulissen und Kostüme spielen eine große Rolle in der Inszenierung.
Das Bühnenbild wechselt zwischen schummrig-nebligem Straßenzug, pompösem Wohnzimmer mit Bibliothek und tuffig rosa Teestube von Mutter Higgins (wundervoll schräg und schrill: Regine Sacher).
Doch nichts geht über das Bild vom Pferderennen in Ascot. Die Schauspieler stehen in Reih und Glied. Die Herren tragen Frack und Zylinder in dezentem Grau, die Damen Riesenhüte, Sonnenschirme
und Kleider mit viel Tüll, Seide und Spitze. Eine wahre Materialschlacht. Dazu gibt’s eine Choreografie, die nur aus langsamen Drehungen besteht und gerade deshalb so affektiert wirkt. Die völlig abgehobene
Haute Volée eben. Spätestens da weiß der Zuschauer, weshalb Eliza nicht zu diesen albernen Affen gehören mag.
(Ausschnitte aus der Rezension)

ML: Markus Baisch  |  Regie Wolfgang Lachnitt  |  Ausstattung Bernd Franke  |  Chorleitung Dr. Gotthard Franke  |  Choreographie Kirsten Hocke  |  Dramaturgie Lür Jaenike  |  MIT: Gabriele Borowy| Bernd Gebhardt | Laila Salome Fischer| Bernd Könnes| Robert Merwald| Andrés Felipe Orozco| Regine Sacher| Mario Thomann | Dieter Köplin| Hannelore Richter | Lothar Dreyer | Andreas Hartig | Barbara Legiehn | Sylke Kamin | Heinz Schlenker | Opernchor und Extrachor, Statisterie des Landestheaters | Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz | Neubrandenburger Philharmonie