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Jorinde und Joringel | Stückbeschreibung | Presse
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Nordkurier, KULTUR
Mo 09.05.2011
Knisternd vor Einfällen von Susanne Schulz

Neubrandenburg. Es waren einmal ein Stapel alter großer Briefumschläge, ein paar ausgediente Aktenordner und überhaupt jede Menge Papier. Und es war einmal ein Märchen um zwei Kinder mit Namen "Jorinde und Joringel", das nicht eben zu den auffälligeren seiner Art gehörte. Da kam die Schauspielerin Beate Biermann und nahm sich ihrer an, des Märchens wie des Papiers, und erschuf daraus ein vor Einfällen nur so knisterndes Theaterstück für die "MärchenKammer" des Schauspielhauses in Neubrandenburg.

Jene Beate Biermann nämlich kennt noch die heute wohl fast vergessene Kunst von Kindern früherer Generationen, aus Alltagsgegenständen phantastische Welten und Geschichten zu erschaffen. Aus gefaltetem, gestecktem, geklebtem Papier wächst mit Regie-Unterstützung von Uschi Marr und der Ausstattung von Lena Brexendorf das Abenteuer des wackeren Joringel, der seine durch Hexenbann in einen Vogel verzauberte Freundin erlösen will, zu einer phantasievollen Reise um die Welt. In eisigen Bergen, brennenden Wüsten und blühenden Landschaften muss er Herausforderungen be- und Versuchungen widerstehen, bis er erkennt, wo die rettende rote Blume zu finden ist.

Immer wieder wird das Publikum überrascht, was aus den geheimnisvoll anmutenden Requisiten entsteht. Mit stimmlichem und mimischem Reichtum erweckt Beate Biermann - für ihre Verdienste um das Kindertheater gerade mit dem Preis des Theater-Fördervereins ausgezeichnet - ihre Geschichte zum Leben und macht aus einem kleinen Märchen ein großes Abenteuer um Freundschaft und Liebe, Vertrauen und Mut. Und da es wie neu geboren scheint, möge ihm bald wieder ein schöner Platz im Spielplan beschieden sein.


Regie Uschi Marr  |  Ausstattung Lena Brexendorff  |  mit Beate Biermann