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Wolfsburger Nachrichten
Mo 03.03.2003
Sinnlichkeit und Dramatik von (Quelle: Tanzkompanie)

Ein Bild für die Götter: Wie auf einem Vulkankegel thronte die blinde Fortuna - mit Augenbinde - hoch über den Menschen, während der Tod zu ihren Füßen seine Fahne über sich windende Leiber schwenkte. Mit optischer Fülle und großer Besetzung startete am Samstagabend die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz ihre Aufführung der «Carmina Burana» von Carl Orff. 750 Besucher im Theater erlebten 75 Minuten ununterbrochener Bewegungskunst, sahen eine Choreografie voll von Sinnlichkeit, Leben und Dramatik. Eva Brehme-Soalcolu ist es gelungen, Schrittfolgen, Sprünge und Drehungen auf die Orffschen Melodien maßzuschneidern. Leichtfüßig schwebten die Mädchen im Frühlingsreigen zu heiter-sanften Tönen über die Bühne, kraftvoll sprangen die Männer zu dramatischen Klängen dem Liebesgott Amor hinterher. Die Darstellung eines (ursprünglich) Instrumental- und Gesangsstoffs mit tänzerischen Ausdrucksformen und Mitteln gelang vorzüglich. Die Tempi wechselten, die Faszination blieb. Magie strahlte die Szenerie aus, Lebenslust, Leidenschaft und Liebesrausch. Die Kompanie glänzte durch Körperbeherrschung, Sprungkraft und - jedes Mitglied der Gruppe - durch persönliche Ausdrucksstärke. Zusammen mit der Muskik von Carl Orff ergab das eine optisch-akustische Symbiose, die vielfältigste emotionale Eindrücke hervorrief. Vor allem aber war es eine Ballettaufführung, die in den Bann zog, weil der Spannungsbogen hoch gehalten wurde. Es gab keine Höhen und Tiefen in der Leistung - jede Szene war ein Glanzstück. Zu loben sind die Lichteffekte, die den magischen Momenten zusätzliche Intensität gaben, die Kostüme und das Bühnenbild mit Fortunas hohem Thron und dem überdimensionalen Ring darüber. Diese Dekoration war ein Blickfang im Tanzreigen des prallen Lebens, das sich auf den Brettern davor abspielte...

mit Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz | Choreografie und Inszenierung: Eva Brehme-Solacolu  |  Dramaturgie: Karin Schmidt-Feister